Internationale Zusammenarbeit
„auf dominikanisch“

Ein intensiver Kontakt zwischen der süddeutsch-österreichischen Dominikanerprovinz und der Provinz von Indien – für manche vielleicht ein erstaunlicher Gedanke! Die Wurzel zu diesem Kontakt liegt in der Sorge um den Ausbildungsbereich. Rund ein Fünftel der Mitglieder des Gesamtordens steht in Ausbildung. Viele Vikariate und junge Provinzen sehen sich Aufgaben gegenüber, die sie allein nicht oder nur schwer bewältigen können. Aber auch in den „etablierten“ Provinzen Europas ist die Suche nach neuen Wegen zur Verkündigung des Evangeliums in vollem Gang. Mit Blick auf die jungen Dominikaner unser Provinz heißt das: Suche nach realitätsnaher und zugleich spirituell zurückgebundener Ausbildung. Deshalb stellte sich die Frage, ob wir nicht etwas beitragen könnten, was jungen Provinzen nützt und unserer eigenen Provinz neue Horizonte eröffnet. Nicht eine „Einbahnstraße“, sondern ein wechselseitiger Kontakt sollte es werden, der ein gegenseitiges Kennen- und Schätzen lernen, einen Austausch von Impulsen und Erfahrungen möglich macht.

Projekte der Gesellschaft in Indien

Auf Einladung des indischen Provinzials konnte P. Dietmar Schon im Frühjahr 1998 zu einem Besuch nach Indien fahren. Stationen waren u.a. Bombay, Igatpuri und Nagpur, dem Sitz des Provinzials und einer dominikanischen Hochschule. Dabei konnte er den indischen Ordensbrüdern die Zusage mitbringen, dass die „Capa-Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung dominikanischer Ordenstätigkeit mbH“ bei der Finanzierung eines wichtigen Projekts helfen möchte: dem Ausbildungs- und Exerzitienhaus in Igatpuri. Trotz technischer Probleme mit der Planung der Wasserversorgung und zusätzlicher Schwierigkeiten seitens hindu-nationalistischer Kreise, die eine Konzentration der Planung auf ein Exerzitienhaus notwendig machte, konnten die Bauarbeiten inzwischen beginnen. Da die Baukosten in Igatpuri durch die erzwungene Verkleinerung des Projekts niedriger ausfallen werden als veranschlagt, stimmte die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat der „Capa-Gemeinnützige Gesellschaft“ dem Wunsch der indischen Provinz zu, einen Teil der Mittel für zwei weitere Projekte zu verwenden. In Kerala ist ein kleines Missionszentrum entstanden. Solche Zentren ermöglichen es, die Christen zu sammeln, die unter einer viel größeren Zahl von Hindus und Moslems verstreut leben; zugleich bieten sie Stützpunkte, von denen aus kleine Gruppen von Dominikanern das Evangelium zu den Menschen tragen. Im Ausbildungsbereich konnte ein dringend benötigtes zusätzliches Haus in Jabalpur erworben und erweitert werden; dort lebt nun eine Gruppe von 28 Postulanten mit ihren Begleitern. Bei weiteren Besuchen 1999 und 2000 konnten sich P. Dietmar Schon ebenso wie der Provinzial der süddeutsch-österreichischen Provinz, P. Hans Ulrich Steymans, von den Fortschritten vor Ort überzeugen und einen unmittelbaren Eindruck von der Dynamik der indischen Ordensprovinz gewinnen. Diese Dynamik der indischen Ordensprovinz prägt eine dominikanische Seelsorge unter völlig anderen Rahmenbedingungen. Unserer Provinz kann das kennen lernen von Leben und Arbeit der indischen Mitbrüder ebenfalls wichtige Impulse vermitteln.

Vertiefter wechselseitiger Kontakt

Den hohen Wert der beginnenden Zusammenarbeit beider Provinzen würdigte der Generalmeister des Dominikanerordens, P. Timothy Radcliffe im Visitationsbrief von 1998: „Von der beginnenden Zusammenarbeit mit der indischen Provinz war ich tief berührt. Ich war erfreut, dass ihr das als Prozeß gegenseitiger Erziehung auffasst, in dem beide Seiten viel zu geben haben. Ich bedanke mich bei euch dafür und werde euch bei der Entwicklung jede Unterstützung zur Verfügung stellen“.

Stationen der bisherigen Besuche von P. Provinzial Hans Ulrich Steymans und P. Dietmar Schon waren vor allem der Konvent in Dehli mit seiner großen Pfarrei, der Noviziatskonvent in Goa, der Konvent Mangalore mit dem größten Postulatshaus und Nagpur, dem Studentat und der dominikanisch geführten Hochschule. Den größten Teil der indischen Mitbrüder sowie der in Ausbildung stehenden Postulanten, Novizen und Studenten konnten sie dabei kennen lernen. Hinter den Ortsnamen verbirgt sich ein überwältigendes Erlebnis: der Eindruck einer reichen, vielfältigen und zunächst unbekannten Kultur; der Eindruck der dominikanischen Seelsorge mit einer besonderen Prägung der Verkündigung und der Bedeutung von Ausbildung im indischen Kontext; den Eindruck von einer mitreißenden Aufbruchsstimmung bei unseren Mitbrüdern und –schwestern, die keine der zahlreichen Probleme und Fragen trüben konnte; der Eindruck herzlicher Gastfreundschaft und großer Offenheit.

Mit dem Gegenbesuch des indischen Provinzials P. Paul Kuruvilla in Süddeutschland 1998 vertiefte sich der Kontakt zur Wechselseitigkeit. In den Sommermonaten 1999 lebten zwei indische Mitbrüder im Augsburger Konvent mit und besuchten einen Deutschkurs, um einen Promotionsstudiengang in Deutschland vorzubereiten. Ein weiterer indischer Mitbruder, P. Dominic Mendonca, arbeitet seit Oktober 1999 an einer Promotion im Fach Neues Testament; daneben arbeitet er im Augsburger Konvent seelsorglich mit, u.a. auch durch Vorträge und Kurse zu biblischen und spirituellen Themen. Umgekehrt hatte ein in Ausbildung stehender Mitbruder unserer Provinz, fr. Simon Goldau, ein knapp dreimonatiges Praktikum in Indien, das ihm wertvolle Erfahrungen für seinen Weg zum ständigen Diakonat im Orden ermöglichte. Die „Capa-Gemeinnützige Gesellschaft“ fördert diese Ausbildungsabschnitte in Indien bzw. in Deutschland durch Stipendien.

Für die weitere Förderung von Ausbildungsvorhaben sowie von Projekten in Indien ist die Gesellschaft auf Spenden angewiesen, die wir aufgrund der regelmäßigen direkten Kontakte sicher und ohne bürokratische Umwege oder Substanzverluste „ans Ziel“ bringen können. Ihre Unterstützung erbitten wir an:

Capa – Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung dominikanischer Ordenstätigkeit mbH
Konto Nr. 192 317 bei der Liga-Bank, Augsburg (BLZ 750 903 00)
Stichwort: Indien


CAPA | Indien | Regensburg

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XXV/IX/MMI