Baugeschichte von
Kirche und Kloster.
















Bruder Diemar, Baumeister der Kirche. Konsolfigur im Nördlichen Seitenschiff, Mitte13, JhBaugeschichte von Kirche und Kloster.

1230 spricht ein erster Ablaßbrief vom geplanten Bau der Kirche und des Klosters. Die alte Blasiuskapelle blieb zunächst erhalten. Nördlich und westlich von ihr begann man nach 1230 die Choranlage der neuen Kirche zu bauen, südwestlich schlossen sich Kreuzgang und Klostergebäude an. Unregelmäßigkeiten am Südchorschluß außen mögen die ungefähre Lage der Blasiuskapelle andeuten. Papst lnnozenz IV. erteilte 1246, 1248 und 1254 Ablaßbriefe, um den Bau zu fördern, Im letzten ist bereits vom Kirchweihfest die Rede, die Choranlage also schon in Gebrauch genommen. Jedenfalls konnte 1255 ein Provinzialkapitel unter dem Provinzialprior Albert d. Gr. in Regensburg abgehalten werden. Nach neuen Grundstückskäufen begann man zwischen 1260 und 1270 die Chöre einzuwölben und erste Teile des Lang-hauses zu bauen. Eine alte Konventstradition will wissen, Albert d. Gr. habe als Bischof von Regensburg (1260/62) zum Bau des Chores beigetragen. Da die Seitenschiffe mit ihren Gewölben höher ansetzen als die Seitenchöre, muß es im Übergang vom Chorteil zum Langhaus eine Plan-änderung gegeben haben. 1271 hat der Neubau des Langhauses voll eingesetzt, wie ein Ablaßbrief Bischof Ottos von Minden bezeugt. Weitere Ablaßbriefe der Bischöfe Leo von Regensburg (1275), zusammen mit 6 Bischöfen des Konzils von Lyon, und Hildebrand von Eichstätt (1277) beklagen, die Brüder müßten im Winter und bei Regen auch im Sommer zur Predigt auf andere Kirchen der Stadt ausweichen. Der Raum für die Gläubigen, Hauptschiff und größere Teile der Abseiten, waren also noch nicht überdacht. 4 Jahre später (1281) spricht ein Ablaßbrief Bischof Friedrichs von Freising von der bevorstehenden Vollendung der Kirche. Um 1284 werden die Bauarbeiten nochmals aufgenommen, um das 5-jochige Langhaus zu verlängern. Der Einspruch des Abtes von St. Jakob in Form eines Mauerbaus zwischen Schottenabtei und Dominikanerareal veranlaßte die Predigerbrüder, sich mit einem verlängerten 6. Joch zu begnügen. Gegen Ende des 13. Jh. kamen die Bauarbeiten zum Abschluß.

Die Klosterreform am Ende des 15. Jh. belebte die Kirche mit neuen Kunstwerken (besonders Wandmalereien). Die Zeit des Barock und Rokoko brachte den Abbruch des Lettners, Neuausstattung mit Altären, Bildern und Schnitzwerken; 1727 ff. Einfügung einer Empore mit Orgel, Pflaster und neues Gestühl im Schiff. 1770 wurde die Dominikanergruft unter dem Westteil des Langhauses angelegt.

1809 diente die Kirche den französischen Besalzungstruppen als Lager und Pferdestall, barocker Hochaltar (Altar-blatt: Verklärung Christi) und Glasfenater im chor verbrennen; 1869 innenrenovation und Regotisierung; 1893 Öffnung des Südchors; 1895 und 1907 Aufdeckung von Wandmalereien; 1966--1971 ff. gründliche Restaurierung, wobei einige neugotische Altäre entfernt wurden.

Parallel zur Kirche errichtete man, wie aus den Ablaßbriefen hervorgeht, die Kloster-gebäude. wohl unter Einbezug bestehender Steinhäuser. Der frühgofische Kreuzgang wurde im 16. Jh. eingewölbt. Kapiteisaal Iheute durch Zwischenmauer unterteilte Sakristei) und Hörsaal (Schola) des Konvents (1694 in Albertus-Kapelle umgewandelt) lagen im Westflügel des alten Klosters. Die Kapelle ließ Fürst Albert von Thurn und Taxis 1696/97 neu herrichten. Das ehem. Refektorium im Südwestflügel des Altbaus weist eine gotische Fensterlaibung und unterteilte Decke der Barockzeit auf, von schweren volutenkonsollen gestützt, die mit Kartuschen bekrönt sind (Werk der Gebr. Vasalli ?). Im vorraum alte Lavabo-Nische mit Büste des Albertus Magnus (Gips-kopie der 1910 auf dem Albertus-Magnus-Platz aufgestellten Teilkopie des AlbertusDenkmalls in Lauingen von Ferdinand von Miller 1681). Südöstlich des alten Duadrums liegt der Barockbau des Klosters (um 1753/65), im Innern mehrfach umgebaut.

Grundriß, Aufriß, Raum.

Dreischiffige, kreuzrippengewölbte Basilika von 6 Langhausjochen (7,20 m, westliches 1,20 m breiter). In den Nebenchören 3 im Hauptchor 4 schmälere Joche (5,15 m, das westlichste 4,50 m). Länge 72,60. Breite 24,55 m; der lichten Weite entspricht also 1/3 der Länge. Die Seitenschiffweite ist ¼, Seitenschiffhöhe gleich Mittelschiffbreite ist 1/3 Arkadenansatz 1/7 Mittelschiffgewölbeansatz 1/2 der äußeren Firsthöhe (32,60 m; nach Busch). Die 3 Chöre schließen mit je 5 Seiten eines Achtecks, der Südchor allerdings nur innen. Der Hochchor ist gegen die Seitenchöre 4 Joch weit abgemauert, wobei außen nur das Chorhaupt vor-springt. Die verschiedenen Bauphasen gehen im Endergebnis nahezu bruch los zusammen.

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