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Die Dominikanerkirche wurde zu einer Zeit erbaut, als die Bauhütten
Regensburgs bedeutende Werke der Frühgotik (St. Ulrich, Nordflügel des Kreuzgangs
von St. Emmeram) fertigsteilten oder in Angriff nahmen (Minoritenkirche,
Domneubau).: Sie verschmilzt lokale Eigenheiten und weiterentwickelte Einzelformen
der Zisterzienserbaukunat mit Einflüssen aus der Bettelordensgotik des Donauraums
und aus der durch das Rheinland vermittelten französischen Gotik. Als größte
gewölbte Bettelordensbasilika Süddeutschlands hält sie in der Reihe ähnlicher Predigerkirchen ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen der gedrungenen Eßlinger und
der hochgetriebenen Erfurter Dominikanerkirche, bevor die Entwicklung zu den
norddeutschen und österreichischen Hallenkirchen weiterführt. Mit der
Minoritenkirche bildet die Regensburger Dominikanerkirche einen Kontrapunkt zur
Kathedralgotik des Domes; jener 2. Bettelordenskirche im Stadtosten hat sie die
Verschleifung von Chor und Laienschiff voraus. So schlägt die Raumverschmelzung
im aufragenden Mittelschiff eine Brücke zur spätgotischen Halle, während die
basilikale Gesamtanlage mit ihren 3 Apaiden und den niedern Seitenschiffen noch an
die bodenständige Regensburger Romanik erinnert. Gerade wegen des durch
Formvereinfachung und weitgehenden Schmuckverzicht gesteigerten Raumeindrucks
spürt man im Vergleich mit dem Dom, "daß die an piastischer Energie so arm
gewordene Körperform doch die gotische Kathedrale an Straffheit und dynamischer
Präzision übertrifft" (W. Groß). Die 2 Hauptphasen des Baues bezeugen beispielhaft
den Wandel der Bettelordensarchitektur um die Mitte des 13. Jh.: nicht nur Kirchen
für den Gottesdienst, sondern auch für die Aufnahme der zahlreich zur Predigt
strömenden Menschen zu bauen. In der Regensburger Dominikanerkirche ist den
Bettelorden in Deutschland einer ihrer schönsten Kirchenbauten gelungen. ohne den
Armutagedanken zu verraten. Ein angemessener Sakralbau von einfacher Würde, nicht
eine " Predigtscheune", war das Ziel der Erbauer. "Der ruhige Zusammenklang der
Raumteile, das zarte Spiel der ganz schwachen Glieder auf der großen Fläche der
Wand, die unendliche Feinheit und Präzision der technischen Ausführung sind
schlechthin vollendet" (R. Krautheimer).
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