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Rundgang im Innern |
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Mittelschiff und Hauptchor
An den beiden Stirnseiten der eingezogenen Chormauern stehen Altäre. Links befindet sich über dem Sakramentsaltar der Marianischen Kongregation seit 1950 in einem neuen Schrein die vielverehrte Schutzmantelmadonna, eine ebenso kostbare wie anmutige Plastik der Spätgotik (nach 1500, ursprünglich mit Stirnreif). Rechts ein Kreuz - Altar, auf dem 2 Dominikanerselige, Lucia von Narni und Matthäus Carrerius, unter dem Kreuz knien (Rokoko, nach 1742). Die Wangen des Gestühls im Schiff tragen Pflanzen- und Knorpelschnitzwerk (1727). Wie im Fußboden des Hauptchors, finden sich überall in der Kirche verstreut viele Grabsteine. Alle 3 Chöre waren ursprünglich mit sandsteinfarbener Tönung und Qaderung ausgemalt (blauverfärbte Reste im Hauptchor unter späteren Malereien). An den Chorwänden gemalte Apostelkreuze mit Schwurhand (13. Jh.). ![]() Im Hauptchor steht das eichene Chorgestühl (Ende 15. Jh.) mit 78 Stallen. Die Laubknäufe an den Seitenlehnen zeigen hie und da figürlichen Schmuck (Teufelskopf, Rückhälfte von Tieren). Der überkragende Baldachin ist mit Sprengwerk, die 4 Schlußwangen sind mit Astwerk besetzt. An den Rückwänden der östlichen Stalien Reproduktionen von Dominikanerheiligen (18. Jh.). Auf dem Fries unter dem Baldachin die Konventsnamen der "Teutonia" vor und nach der Reformation. Das alte Chorgestühl war niedriger. Über ihm standen ebenfalls die Konventsnamen nach der Reihenfolge ihrer Gründung, gemäß welcher die Konventsprioren bzw. Diffinitoren beim Provinzialkapitel ihre Plätze einnahmen. Die aufgemalten Blendarkaden mit Fialen und dem Namensfries (frühes 14.Jh.) sind am westlichen Hauptchoreingang unverdeckt zu sehen, auf der Epistelseite mit PRIOR beginnend, dann FRISACEN(SlS) Friesach i. Kärnten, auf der Evangelienseite COLONIEN(SlS) Köln. Der 4. Konvent der Epistelseite. RATISPONEN(SlS) - Regensburg. ist durch einen mehrfach übermalten Stadtturm mit Schlüsseiwappen hervorgehoben. Über den Blendarkaden wurden in der 2. Hälfte des 15. Jh. auf beiden Seiten einander ergänzend je 7 Szenen des Leidens Christi, dazwischen teppichhaltende Engel, aufgemalt. Die Epistelseite schließt mit Thomas von Aquin, die Evangelienseite mit Dominikus unter blütengeschmückter Arkade. Die Bildlegenden sind nicht mehr lesbar. In der Mitte der Südreihe befindet sich das etwas später aufgemalte Zifferblatt einer Uhr mit 3 Propheten und Apostel Paulus. Die Passionabilder sollten die zum Chorgebet versammelten Brüder an die Deutung des Chorgebets auf die 7 Leidensstationen des Herrn erinnern. Unter dem Ostende des südl. Chorgestühls verbirgt sich eine als flache Wandblende im Kleebogen mit Wulst und Kehle gerahmte Sessionsnische für die Zelebranten. Der neugotische Hochaltar (Nachahmung des Altars der Eliaabethkirche in Marburg) trat 1869 an die Stelle eines klassizistischen Ziborienaltares. Über der Kreuzigungsgruppe im Mittelfeld Christus als Priester, rechts die Hll. Blasius und Thomas von Aquin, links die Hll. Albert und Aloisius. - Aus derselben Zeit der Regotisierung stammt auch die Kanzel im Langhaus. - Die 5 schmalen, zweiteiligen Chorachlußfenater mit Schräglaibung und Vierpaßmaßwerk besitzen innen kapitäl- und besengeschmückte Rundstäbe.Beim Blick vom Chor nach Westen überatrahlt das mächtige, 6-teilige gotische Westfenster den barocken Orgelprospekt mit musizierenden Engeln auf gut eingepaßter, geschwungener Empore (beides um 1727). Die Seitenschiffe Die Seitenchöre mit 5/8-Schluß und ihren Hornkonsolen der Joche
kommen mit dem Hauptchor überein, ihre beiden Schlußfenster haben ebenfalls
vorgelegte Rundstäbe. Doch kann sich in ihnen die im Hauptchor zurückgedrängte
Zierlust ungehemmt entfalten. Im Nordchor (lks.) fallen neben den wenigen Blatt- und
Knospenkapitälen und den Zierformen an den Runddiensten des Chorschlußiensters
(rechts Türmchen, links kleines Tor mit Krabben) besonders die Trägerfiguren der
Dienstkapitäle ins Auge;
Der Südchor diente im Mittelalter bis 1893 als Sakristei, vom Seitenschiff durch eine Trennwand abgeschieden. An Nord- und Südwand hängen dunkle Bilder (um 1630); Dominikus feiert die hl. Messe für Napoleon Orsini" und ein Gnadenstuhl. Eine niedere Tür und ein Fenster in Stichbogennische, mit 3 Spitzbogen ungenast nebeneinander, öffnen zum Kreuzgang, eine Tür in der Nordostecke zum Hauptchor. Zwei große Wandnischen enthalten rechts eine Piscina mit eingemeißelter Jahreszahl 1490 und links einen bemalten Sakristeischrank aus derselben Zeit mit Zierleisten. Die obere Schlußleiste ist mit den konturierten und bemalten Halbfiguren der Hll. Dominikus, Blasius und Thomas v. A. geschmückt. ![]() |
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