Gemeinsam den Glauben vertiefen

Die Dominikanischen Laiengemeinschaften

Eine Vielfalt von Gemeinschaften weiß sich der Gestalt des Hl. Dominikus und demselben Charisma der Verkündigung verbunden. Diese Tatsache faßt der Begriff Dominikanische Familie" treffend zusammen. Predigerbrüder (Dominikaner), kontemplative und apostolisch tätige Schwestern, Mitglieder von Säkularinstituten, Mitglieder verschiedener Gemeinschaften von Priestern und Laien sowie Gruppen mit weniger verbindlichen Strukturen haben in der langen Geschichte des Ordens je auf ihre Art das Besondere des Predigerordens Gestalt werden lassen. Ihr Apostolat hat in der Vergangenheit wesentliche Beiträge geleistet, den Glauben der katholischen Kirche zu verbreiten und weiterzugeben. Da sich die Kirche heute der Aufgabe der Neuevangelisierung bewußt wird, ist der Auftrag dieser verschiedenen Gemeinschaften aktueller denn je.

Ein bewährter Weg - offen für die Zukunft

Grabplatte des Oberhaupts der Dominikaner, Munio de Zamora (Santa Sabina, Rom)Im 13. Jahrhundert kam es zu einer religiösen Aufbruchsbewegung, die viele Menschen erfaßte. Eine große Zahl von ihnen orientierte sich am Leben und Verkündigungsdienst des Hl. Dominikus. Im Jahr 1285 wollte ihnen der Ordensmeister Munio de Zamora eine solidere und evangeliumsgemäßere Struktur geben. Zu diesem Zweck legte er eine Regel für dominikanische Laien vor, die einen neuen Weg öffnete, um direkt und aktiv am apostolischen Dienst des Ordens teilzunehmen. Der Erneuerungsprozeß nach dem II. Vatikanischen Konzil erfaßte mit dem Gesamtorden auch die Dominikanischen Laiengemeinschaften. Nach mehrjähriger Vorbereitung wurde 1983 eine neue, zeitgemäße Regel anerkannt, die durch sog. Direktorien für den Bereich der Ordensprovinzen ergänzt wird. Damit kam die Entwicklung der Dominikanischen Laiengemeinschaften keineswegs zum Stillstand. Das Generalkapitel des Dominikanerordens von Bologna (1998) erkannte die Dominikanische Jugendbewegung" als neuen Zweig der Dominkanischen Familie an. Das Generalkapitel begrüßte darüberhinaus eine neue Entwicklung: an vielen Orten bilden sich Gruppen engagierter Christen, die sich intensiv am Charisma und der spirituellen Überlieferung des Ordens orientieren; formelle Bindungen oder Organisationsstrukturen sind demgegenüber in diesen Gruppen nachrangig.

Der Auftrag der Dominikanischen Laiengemeinschaften

Der Grundzug, der die Vielfalt von Gemeinschaften der Dominikanischen Familie" verbindet, ist die gemeinsame dominikanische Berufung. Durch sie ergänzen sich die verschiedenen Zweige, durch sie wird eine wechselseitige Zusammenarbeit möglich. So wird inmitten einer Welt von Individuen das Verbindende in Christus dargestellt. Jeder dieser Zweige ist darüberhinaus von einer besonderen Berufung geprägt. Für die dominikanischen Laien besteht diese darin, daß sie den Verkündigungsauftrag des Ordens in Familie, Beruf und Gesellschaft erfüllen:

Als Mitglieder des Ordens sind sie auf ihre Weise Träger seiner apostolischen Sendung in Gebet, Fortbildung und Verkündigung" (Regel I, 4).

Grundelemente der Dominikanischen Laiengemeinschaften

1. Gemeinschaftserfahrung mit Gleichgesinnten

Wie Dominikus, Katharina von Siena und andere Brüder und Schwestern, die das Leben des Ordens und der Kirche geprägt haben, orientieren sich die dominikanischen Laien in einer geschwisterlichen Gemeinschaft. Sie bestärkt darin, Erfahrungen auszutauschen, vom Glauben her nach Antworten zu suchen, die Probleme und Bedürfnisse der Menschen wahrzunehmen und die Wahrheit sichtbar werden zu lassen. Ausgehend von den Erfahrungen einer geschwisterlichen Gemeinschaft bemühen sie sich, den Geist der Seligpreisungen Jesu zu leben. Das zeigt sich im Umgang sich im Umgang mit den Menschen, aber auch in der Bereitschaft, Zeit und Engagement mit den Mitgliedern der Gemeinschaften zu teilen.

2. Glaubensvertiefung

Vom Charisma des Ordens geprägt wissen die Dominikanischen Laien, daß ihr engagierter Glaube und ihre apostolische Tätigkeit aus der Tiefe geistlicher Erfahrung entspringen muß. Die reiche spirituelle Überlieferung des Ordens und der Kirche bringt immer neue Aspekte einer im Alltag gelebten Nachfolge Jesu nahe. Die Regel und das ergänzende Direktorium geben dazu eine Reihe von Empfehlungen, die sich bewährt haben und als Orientierungshilfen auf diesem Weg gedacht sind. Ein Dominikaner oder eine Dominikanerin steht jeder Gruppe als geistlicher Assistent/ Assistentin zur Seite, begleitet sie in ihrem spirituellen Wachstum und gibt aus den eigenen Erfahrungen Impulse.

3. Aus- und Weiterbildung

Die drängenden Probleme der heutigen Zeit fordern das Zeugnis engagierter Christen heraus. Eine Aus- und Weiterbildung setzt die Dominikanischen Laien in die Lage, Antworten auf die Fragen der Menschen zu geben und sich ihrer Ängste, Anliegen und Schwierigkeiten anzunehmen. Neben Gebet und spirituellen Impulsen steht deshalb die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen. In Vortrag, Gespräch, gemeinsamen Vorhaben usw. wird Problembewußtsein geschaffen und Möglichkeiten zum aktiven Einsatz vermittelt. Dieser apostolische Einsatz wird weder vorgeschrieben noch geplant, sondern ergibt sich aus den Lebensverhältnissen jedes Einzelnen, seinen Begabungen und aus den Situationen, die sein Glaubenszeugnis erfordern.

Dominikanische Laiengemeinschaft Regensburg

Seit 1993 trifft sich im Gruppenraum des Regensburger Dominikanerinnenklosters Heilig Kreuz eine Dominikanische Gemeinschaft. Sie fand sich auf Intiative der derzeitigen Priorin, Sr. Margarethe Reisinger OP, zusammen, die die Gruppe als Ordensassistentin begleitet. Ungefähr einmal im Monat finden Treffen statt, bei denen Erfahrungsaustausch, gemeinsames Gebet, das Bemühen um Glaubensvertiefung und die Erfahrung der geschwisterlichen Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen. Einmal im Jahr findet eine gemeinsame Veranstaltung zusammen mit der benachbarten Dominikanischen Laiengemeinschaft von Altenthann bei Regensburg statt. Finden Treffen an Sonntagen statt, besteht die Möglichkeit, die Verbindung zu den Schwestern des Klosters Heilig Kreuz durch Teilnahme an der Vesper zu bekräftigen. Wenn ab November 1999 die Dominikanerbrüder in Regensburg regelmäßige seelsorgliche Dienste anbieten, wird sich die Zusammenarbeit und das gegenseitige Bereichern der verschiedenen Zweige der Dominikanischen Familie abrunden.

Dominikanisch geprägte Angebote

Die Leitung der Diözese Regensburg hat ihr Interesse an einer seelsorglichen Präsenz von Dominikanern bekundet.

Seit November finden in Regensburg folgende dominikanischen Angebote statt:

Kontaktadressen

Wer sich dafür interessiert, die Dominikanische Gemeinschaft Regensburg näher kennenzulernen oder mehr über den dominikanischen Weg eines gelebten Christseins erfahren möchte, wende sich an:

Sr. Margarethe Reisinger OP
Dominikanerinnenkonvent
Am Judenstein 10
93047 Regensburg

Tel.: 0941 / 51 1 92

oder

Dr. Therese Treiber
Wittelsbacherstr. 5
93049 Regensburg

Tel.: 0941 / 280 23 56


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